In welcher Welt wir leben..

Posted: Oktober 23, 2019 by Pflegeflow

Ich sitze gerade vor dem Fernseher und schaue eine Doku über eine Bahnhofsmission.

Die Menschen dort arbeiten ehrenamtlich oder hauptberuflich.

Ein Mann wird interviewt. Er war obdachlos, hatte aktuell wieder einen Alkoholentzug hinter sich.

Er lebt auf der Straße, würde gerne wieder arbeiten. Aber ohne Arbeit keine Wohnung, ohne Wohnung keine Arbeit. Er hat wieder begonnen zu trinken da es ihm Nachts kalt auf der Straße war, er wollte die kalten Tage ohne Bleibe einfach hinter sich bringen.

In der Bahnhofsmission bekommt er Kaffee, kann sich ein paar Stunden aufwärmen und kann duschen. Länger als 2 Stunden kann er dort nicht bleiben da vor der Tür noch viele andere Menschen stehen, die auf einen Kaffee, eine Dusche oder ein Gespräch mit den Mitarbeitern warten.

Ein anderer Mann kommt in Badeschuhen. Ohne Strümpfe. Es ist kalt draußen. Er fragt nach Schuhen und Strümpfen da ihm auf der Straße alles gestohlen wurde. Es gibt keine Schuhe in seiner Größe. Nicht für Männer. Ihm ist so kalt, das er auch mit Frauenschuhen einverstanden ist.

Vor der Tür stehen noch viel mehr Menschen mit ihrem ganz persönlichen Schicksal.

Ich bin nachdenklich geworden

Wir leben in einer Welt voller Überfluss. In einer Wegwerfgesellschaft. In einer Welt voller Dinge, sie wir zu 50% nicht brauchen. Luxusgüter und Luxusprobleme sind unser tägliches Leben.

Wir haben verlernt, zu schätzen was wir haben. Wir haben verlernt, zu schätzen was wir sind, wer wir sind und wie gut es uns eigentlich geht.

Wann hast du das letzte mal darüber nachgedacht, was du für ein Leben führst? Was dich glücklich macht und was dich zum lachen bringt? Die negativen Seiten bereden wir so oft. Die positiven Dinge, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind, werden manchmal gar nicht mehr wahrgenommen.

Und ich frage mich, wie kann ein Mensch im Jahre 2019 keine Möglichkeit haben, im sozialen Netz aufgefangen zu werden?

Manche wollen auf der Straße leben, weil sie es so gewohnt sind, aber die anderen, die unverschuldet dort gelandet sind, die den Willen haben, Fuß zu fassen. Die Träume haben, sich nach einer Familie sehnen?

Bürokratie gut und schön aber unser System muss doch merken, das es da an einigen Stellen Vorgaben gibt, die weder menschenwürdig noch umsetzbar sind?

Ich möchte jetzt nicht sagen das früher alles besser war, es war anders. Wir hatten definitiv mehr Zeit für uns. Zeit für unsere Mitmenschen und auch Zeit, sich um andere zu sorgen.

Ihr Lieben, zeigt euren Kindern, Nachbarn, Eltern und allen die ihr kennt, wie wichtig die kleinen Dinge des Lebens sind!

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