Ich bin Mutter eines Kindes mit Behinderung

Posted: September 20, 2019 by Pflegeflow

Die Schwangerschaft war geplant und verlief auch fast komplikationslos.

Bis zur 30. Schwangerschaftswoche. Ab da war ich häufig in der Klinik. vorzeitige Wehen, Infusion mit Wehenhemmer, einige Versuche zu Hause.

In der 31. Schwangerschaftswoche durfte ich wieder einchecken.

Wieder an den Wehentropf, liegen. Mehr Therapie gab es damals nicht. Auch die Lungenreifespritze wurde nicht standardmäßig verabreicht.

Im Januar 1998 war ich mal wieder stationär. Ich fühlte mich am Morgen sehr müde, irgendwie anders. Das tägliche CTG zeigte die üblichen Wehen, die Infusion mit den wehenhemmenden Medikamenten tropfte vor sich hin.

Zum Mittagessen setzte ich mich an die Bettkante, mehr durfte ich mich nicht mobilisieren. Auf einmal wurde es war, feucht auf meinem Bettlaken. Ich klingelte und die Hebamme kam. Blasensprung. Ein erneutes CTG zeigte bereits eine stärkere Wehentätigkeit. Ab da ging alles ganz schnell.

Da ich erst im Mai 1996 einen Kaiserschnitt hatte, sollte es auch diesmal nicht auf dem normalen Weg versucht werden. Der werdende Vater wurde informiert, ich wurde sofort in den Kreissaal geschoben um für den Kaiserschnitt vorbereitet zu werden.

„Wir müssen ihr Kind verlegen, auf der Frühchen-Intensivstation gibt es keinen freien Inkubator“

2 Stunden später lag ich im OP. Kaiserschnitt mit Vollnarkose.

Als ich wach wurde, war ich allein. Der Vater war mit Kind auf dem Weg in eine 75km entfernte Klinik. Unterwegs gab es Komplikationen. Er wurde intubiert und beatmet.

Mir war es die erste Woche nicht möglich, in die Klinik zu fahren um mein Kind zu sehen. Es blieben mir 1 Polaroidbild von einem Kind mit leicht bläulichen Lippen, blasser Haut mit einem Tubus in der Nase und gefühlten 1000 Schläuchen.

Zu diesem Zeitpunkt gab es keine Anzeichen auf Folgeschäden.

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